Die UN - Kinderrechtskonvention von vorne bis hinten

Es sind so viele, ihr findet sie auch sortiert in unseren Themenfeldern, hier gibt es eine Gesamtfassung für alle, die den Überblick brauchen.

Artikel 1 Wann ist ein Kind ein Kind?
Alle Menschen, die noch nicht ihren 18. Geburtstag gefeiert haben, werden als Kinder verstanden. Für sie alle gelten die Rechte dieser Konvention.
Jedenfalls dann, wenn man in dem Land, in dem man lebt, nicht schon früher vom Gesetz als erwachsen angesehen wird.

Artikel 2 Diskriminierungsverbot
Dieser Artikel verbietet die Diskriminierung. Diskriminierung bedeutet Benachteiligung. Und Benachteiligung bedeutet, dass ein Kind wegen seiner persönlichen Eigenschaften schlechter behandelt wird als andere. Es ist also ganz egal, welche Hautfarbe oder Sprache, Religion oder Meinung, welches Geschlecht oder Herkunft, welche gesellschaftliche Stellung (z.B. welchen Beruf) oder wie viel Geld Du, Deine Eltern oder Dein Vormund haben; egal, ob Du eine Behinderung hast oder nicht: Niemand darf Dich deshalb jemals schlecht behandelt werden. Dafür müssen alle gemeinsam sorgen.

Artikel 3 Das Wohl des Kindes
Was für die Kinder gut ist, ist für alle gut! Naja, ganz so ist es natürlich nicht immer. Aber bei allen Maßnahmen, die Kinder angehen, muss das Wohl des betreffenden Kindes oder der Kinder vorrangig berücksichtigt werden. Vorrangig! Wenn es also um ein oder mehrere Kinder geht, dann muss darauf geachtet werden, was das Beste für sie ist.

Artikel 4 Kinderrechte sollen nicht nur Buchstaben auf dem Papier sein
Alle Kinderrechte müssen auch wirklich umgesetzt werden! Dafür hat die Regierung zu sorgen. Aber auch alle anderen Menschen, denen auffällt, dass die Kinderrechte nicht ernst genommen werden, sollten sich einmischen.

Artikel 5 Rechte und Pflichten der Eltern
Die Familie hat an erster Stelle das Recht und die Pflicht, das Kind so zu unterstützen und altersgerecht anzuleiten, dass es seine Rechte auch kennenlernen und wahrnehmen kann. Die Regierung muss das achten.

Artikel 6 Recht auf Leben
Wer geboren wird, hat auch das Recht zu leben. Aber nicht nur das: Es muss dafür gesorgt werden, dass jedes Kind auch sicher aufwachsen, sich gut entwickeln und überleben kann.

Artikel 7 Recht auf Name, Staatsangehörigkeit, Registrierung und auf Eltern
Jedes Kind hat mit der Geburt das Recht auf einen Namen, eine Staatsangehörigkeit und auch darauf, offiziell amtlich registriert zu werden. So kann niemand behaupten, dass es das Kind gar nicht gibt. Und niemand kann ihm seine Rechte streitig machen. Außerdem hat das Kind ein Recht auf seine Eltern: nämlich sie zu kennen und von ihnen betreut zu werden.

Artikel 8 Identität
Niemand darf Dir Deinen Namen, Deine Staats- und Familienangehörigkeit nehmen. Falls das doch passiert sein sollte, dann muss Deine Identität so schnell wie möglich wieder hergestellt werden.

Artikel 9 Trennung von den Eltern
Niemand darf Dich von Deinen Eltern trennen. Wenn sich die Eltern voneinander trennen, hast Du das Recht, Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben.
Manchmal kann es für das Kind aber besser und sicherer sein, von einem oder beiden Elternteilen getrennt zu leben. Vielleicht weil es schlecht behandelt oder ihm Schaden zugefügt wird. Dann zählt zuallererst das Wohl des Kindes.

Artikel 10 Familienzusammenführung
Sollten die Elternteile in verschiedenen Ländern wohnen, darf das Kind problemlos hin- und herreisen, um sie zu besuchen. Das gilt auch, wenn die Familie wieder zusammenleben will. Dann sollte das unbedingt ermöglicht werden.

Artikel 11 Schutz vor Entführung außer Landes
Alle Regierungen müssen verhindern, dass ein Kind gegen seinen Willen in ein anderes Land entführt wird.

Artikel 12 Recht auf Meinung
Kinder haben das Recht auf eine eigene Meinung. Wenn eine Entscheidung getroffen werden soll, die ein Kind betrifft, dann muss die Meinung des Kindes dazu gehört und geachtet werden.

Artikel 13 Recht auf freie Meinungsäußerung und Zugang zu Informationen
Wenn damit niemandem geschadet wird, dann hat jedes Kind das Recht, seine Meinung und andere Informationen in jeder Form zu äußern und zu verbreiten; also z.B. als mündliche oder schriftliche Information, gemalt, gesungen, getanzt oder wie auch immer. Außerdem darf Dir der Zugang zu solchen Informationen nicht verweigert werden, die weder Dir noch jemand anderem schaden können.

Artikel 14 Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit
Die Gedanken sind frei! Auch für Kinder gilt das. Jedes Kind darf denken und glauben, was und woran es will. Du darfst, wenn Du möchtest, Deine selbst gewählte Religion ungestört ausüben, und Deine Eltern können Dir dabei helfen. Es ist aber verboten, damit andere Menschen in ihren Rechten einzuschränken.

Artikel 15 Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit
Jedes Kind darf sich mit anderen treffen, in Gruppen oder Organisationen zusammenschließen, solange dabei kein Mensch in seinen Rechten eingeschränkt wird.

Artikel 16 Schutz der Privatsphäre
Kinder haben das Recht auf den Schutz ihrer Privatsphäre. Niemand darf ohne Erlaubnis private Briefe oder Mails lesen und auch nicht in die Wohnung eindringen. Wichtig ist auch, dass niemand Behauptungen über ein Kind verbreiten darf, die seinem Ruf schaden.

Artikel 17 Zugang zu Medien und Informationen
Du hast das Recht auf Zugang zu Informationen aus den unterschiedlichsten Medien. Diese Medien sollen im besten Fall ihre Informationen kindgerecht zur Verfügung zu stellen, damit Du auch alles verstehen kannst, was Du wissen willst.

Artikel 18 Die Verantwortung der Eltern
Beide Elternteile sind gemeinsam für die Entwicklung ihres Kindes verantwortlich – und dafür, dass dabei immer das Wohl des Kindes im Mittelpunkt steht. Der Staat hilft den Eltern dabei, z.B. mit der Einrichtung von Kindergärten. Das ist besonders wichtig, wenn beide Elternteile berufstätig sind.

Artikel 19 Schutz vor Gewalt und Vernachlässigung
Die Regierung sorgt dafür, dass Du und jedes Kind beschützt wird vor Gewalt, Misshandlung, Ausbeutung und Vernachlässigung durch Deine Eltern oder andere Menschen, die sich um Dich kümmern sollen.

Artikel 20 Betreuung durch andere Menschen
Wenn ein Kind nicht mehr von seinen Eltern betreut werden kann oder soll, dann muss dafür gesorgt werden, dass eine bestmögliche Alternative gefunden wird. In jedem Fall müssen dabei die persönlichen Umstände des Kindes beachtet werden. Dazu gehört z.B. die Sprache oder die Religion.

Artikel 21 Adoption
Bei einer Adoption spielt immer eine Überlegung die wichtigste Rolle: Was ist das Beste für das Kind?

Artikel 22 Flüchtlingskinder
Wenn ein Kind vor Krieg, Gewalt und ähnlichem in ein anderes Land fliehen muss, dann hat es das volle Recht auf Schutz. Es genießt dieselben Rechte wie alle anderen Kinder in diesem Land.

Artikel 23 Kinder mit Behinderungen
Kinder mit Behinderungen brauchen in manchen Angelegenheiten besondere Unterstützung. Und genau darauf haben sie auch ein Recht. Jedes Kind soll nach seinen Fähigkeiten gefördert werden, damit es vollwertig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.

Artikel 24 Gesundheit!
Haaatschi! Gesundheit! Naja, jeder wird mal krank. Aber dass alle Kinder bestmöglich vor Krankheiten geschützt und versorgt werden, wenn sie doch krank geworden sind, dafür muss die Regierung sorgen. Dazu gehört auch, dass alle Kinder Zugang zu ausreichender und gesunder Nahrung und sauberem Wasser haben - und, ganz wichtig, dass wir in einer sauberen Umwelt aufwachsen und leben können. Dazu müssen alle Länder zusammenarbeiten und sich helfen.

Artikel 25 Unterbringung und Betreuung
Ein Kind, das nicht bei seinen Eltern lebt, sondern in einer Betreuungseinrichtung, hat ein Anrecht darauf, dass es dort auch gut behandelt wird. Um das zu garantieren, müssen regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden.

Artikel 26 Soziale Sicherheit
Jedes Land muss dafür sorgen, dass die bei ihnen lebenden Kinder nicht in Armut aufwachsen müssen. Das gilt besonders für bereits bedürftige Familien. Dafür muss die Regierung Sozialleistungen zur Verfügung stellen, also finanzielle Hilfen.

Artikel 27 Lebensbedingungen
Jedes Kind hat das Recht, unter guten Bedingungen aufzuwachsen und sich körperlich, geistig, seelisch, sittlich und sozial auch angemessen entwickeln kann. Es soll für Dich und jedes Kind also einen bestimmten Lebensstandard geben, damit niemand in unwürdigen Umständen leben muss. Die Regierung ist verpflichtet, Familien zu unterstützen, die sich diesen Standard nicht leisten können.

Artikel 28 Recht auf Bildung
Jedes Kind genießt das Recht auf Bildung. Deshalb sind die Regierungen dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass alle Kinder kostenlos zur Grundschule gehen können. Und auch müssen! In den Schulen darf keine menschenunwürdige Behandlung stattfinden. Auch im Bereich der Bildung sollen die reichen Länder die ärmeren unterstützen.

Artikel 29 Bildungsziele
Wenn Du als Kind eine Bildungseinrichtung besuchst, dann soll diese Bildung Dir wichtige Inhalte vermitteln. Sie soll die Persönlichkeit und Begabungen fördern, geistige und körperliche Fähigkeiten zur Entfaltung bringen. Sie soll Dir die Menschenrechte nahebringen und die Achtung vor Deinen Eltern, Deiner Sprache und Kultur. Außerdem soll jedem Kind gezeigt werden, wie wichtig es ist, für Frieden und Freundschaft, Toleranz und Gleichberechtigung einzutreten und Achtung vor der Umwelt zu haben.

Artikel 30 Minderheitenschutz
Wenn ein Kind in der Region, in der es lebt, einer Minderheit angehört, dann darf es deshalb in keiner Weise benachteiligt oder an der Ausübung von Traditionen behindert werden. Wenn Du also eine andere Religion hast als die meisten anderen Menschen in Deinem Land, dann hast Du auch absolut das Recht dazu, niemand darf Dich deshalb diskriminieren.

Artikel 31 Recht auf Kultur, Spiel und Freizeit
„Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.“ So steht es in der Konvention. Und so ist es auch: Ruhe, Freizeit und natürlich Spielen sind für uns alle extrem wichtig. Deshalb haben alle Kinder ein Recht darauf! Dazu gehört ganz besonders auch die Teilnahme am kulturellen Leben, wie zum Beispiel kindergerechte Filme, Bücher, Museen, Theaterstücke und so weiter.

Artikel 32 Verbot von Kinderarbeit
Kinder müssen vor allen Arbeiten geschützt werden, die ihnen gefährlich für Körper und Seele sein könnten oder sie davon abhalten, ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. Denn Kinder sollen nicht arbeiten müssen, anstatt in die Schule zu gehen. Niemand darf die Arbeitskraft von Kindern ausnutzen.

Artikel 33 Schutz vor Drogen
Die Regierung muss dafür sorgen, dass Kinder nicht mit Drogen in Berührung kommen: nicht in der Herstellung dieser gesundheitsgefährdenden Stoffe, nicht beim Handeln damit. Und vor allem müssen Kinder davor geschützt werden, Drogen anzuwenden. Drogen können Menschen negativ verändern, krank machen und sogar zum frühen Tod führen.

Artikel 34 Schutz vor sexuellem Missbrauch
Kinder haben das Recht auf Schutz vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch. Niemand darf Dir körperlich näher kommen als Du es wirklich willst und für richtig hältst.

Artikel 35 Schutz vor Entführung
Oft sind Kinder noch nicht so stark wie Erwachsene. Deshalb müssen sie mit allen Mitteln davor geschützt werden, dass man sie entführt, verschleppt oder als Handelsware missbraucht.

Artikel 36 Schutz vor Ausbeutung
Die Regierung muss alle Kinder vor allen Formen der Ausbeutung schützen, die dem Wohl des Kindes schaden könnten.

Artikel 37 Schutz vor grausamer Bestrafung
Auch wenn ein Kind straffällig geworden ist, darf es keine grausame Strafe erhalten, keine Folter und keine Todesstrafe. Es muss immer menschenwürdig behandelt werden, soll nicht zusammen mit fremden Erwachsenen eingesperrt werden und darf immer Kontakt zu seiner Familie halten. Außerdem haben auch Kinder ein Recht auf Fachleute, die ihnen vor Gericht beistehen können.

Artikel 38 Kinder in bewaffneten Konflikten
Kinder in Kriegsgebieten haben das Recht auf besonderen Schutz und Fürsorge. Niemand, der unter 15 Jahre alt ist, darf zum Militärdienst zugelassen werden. Und zwar egal, ob Du es freiwillig machen willst oder dazu gezwungen werden sollst. In den meisten Ländern gilt das bis zum 18. Lebensjahr.

Artikel 39 Genesung und Wiedereingliederung
Kinder, die schlecht behandelt, missbraucht, gefoltert oder vernachlässigt worden sind, die Opfer von Kriegshandlungen oder Ausbeutung geworden sind, verdienen besondere Betreuung. Ihnen muss mit allen Mitteln geholfen werden, wieder ein normales und sicheres Leben führen zu können.

Artikel 40 Kinder im Strafrecht
Kinder, die beschuldigt werden, eine Straftat begangen zu haben, müssen menschenwürdig und altersgerecht behandelt werden. Sie haben das Recht auf einen Anwalt. Nur für wirklich sehr schwere Verbrechen dürfen Kinder ins Gefängnis gesperrt werden.

Artikel 41 Höherer Kinderrechtsstandard
Wenn in einem Land die Bestimmung über die Rechte der Kinder noch viel besser sind als in dieser Konvention, dann gilt auf jeden Fall immer der höhere Standard.

Artikel 42 Bekanntmachung der Kinderrechte
Alle Menschen haben das Recht, von den Kinderrechten zu erfahren, damit sie sie kennen und einhalten können. Dafür müssen die Regierungen sorgen.

Artikel 43 Ausschuss für Kinderrechte
Bei den Vereinten Nationen, also der Organisation, die die Kinderrechte erarbeitet und veröffentlicht hat, gibt es eine Gruppe von Menschen, die dafür zuständig ist, die Einhaltung der Rechte zu überprüfen und die Länder dabei mit Ratschlägen zu unterstützen.

Artikel 44 Berichtspflicht
Jedes Land muss regelmäßige Berichte darüber abliefern, wie es um die Rechte der Kinder in ihrem Land steht. Nur so können auch alle davon erfahren. In manchen Ländern dürfen auch Kinder an dem Bericht mitarbeiten.

Artikel 45 bis 54 Rechtliche Bestimmungen, wie die Konvention umgesetzt wird
Diese Artikel sind dafür wichtig, damit alle Länder und auch die Vereinten Nationen wissen, auf welche Weise sie am besten zusammenarbeiten können, um die Kinderrechte umzusetzen. Die Artikel beinhalten aber nicht noch weitere Kinderrechte. Außer natürlich dieses, dass eben alle Kinder der Welt das Recht haben, dass sich die Regierungen auch wirklich darum kümmern, dass alle Rechte umgesetzt werden.
 

(Diesen Text hat für uns Dennis Grabowski verfasst)


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Da hast du recht!

Da hast du recht!

Es ware schon wenn kinder

Es ware schon wenn kinder rechte im grundbuch stehen wurden!!!

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