Kinder und Jugendliche werden Kindersoldat*innen

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Kinder und Jugendliche werden Kindersoldat*innen

In der UN-Konvention zu den Kinderrechten steht, dass keine Kinder und Jugendlichen, also Menschen unter 18 Jahren, zum Militär eingesetzt werden dürfen.
Trotz dieses Verbotes gibt es viele Kinder und Jugendliche, die als Soldat*innen kämpfen.

Auch gibt es viele Ausnahmen. Obwohl auch der Internationalen Gerichtshof in Den Haag alle, die Kinder unter 15 Jahren in die Armee aufnehmen, verurteilen kann. All das hält die Ausbeutung nicht auf: In einigen Ländern dürfen sich jüngere Kinder freiwillig zu den Streitkräften melden. Dies ist z.B. auch in Deutschland so, wo sich bereits 17-Jährige zum Dienst in der Bundeswehr bewerben können. In Deutschland dürfen sie aber nicht in Kriegen eingesetzt werden. In anderen Ländern wird das Geburtsdatum der Kinder und Jugendlichen gefälscht und in vielen Ländern gibt es keine Melderegister, so dass die Kinder oft selbst nicht so genau wissen, wie alt sie sind. Aber was viel wichtiger ist: manche Länder, aber auch bewaffnete Gruppen, halten sich nicht an Vereinbarungen und Gesetze. Sie zwingen Kinder einfach dazu, Soldat*innen zu werden.

Es wird geschätzt, dass es weltweit etwa 250.000 Kindersoldat*innen gibt. Die meisten von ihnen kämpfen in Kriegen in asiatischen und afrikanischen Ländern. Die Kinder müssen andere Menschen töten, foltern oder entführen. Oft müssen sie gefährliche und anstrengende Hilfsaufgaben übernehmen, die für die älteren Soldat*innen wichtig sind. Sie werden als Spion*innen, Bot*innen, Wächter*innen, Träger*innen oder Diener*innen eingesetzt oder zum Verlegen von Minen.

Die meisten Kinder werden nicht gefragt, ob sie Soldat*innen werden wollen, sondern entführt und dazu gezwungen. Den Kindern wird damit gedroht, dass ihren Eltern und ihren Geschwistern etwas angetan wird, falls sie nicht kämpfen. Andere Kindersoldat*innen kommen aus sehr armen Familien und wollen Geld verdienen, um ihre Familien zu ernähren. Das versprochene Geld wird ihnen dann aber meistens nicht gezahlt. Die Entführer*innen verabreichen den Kindersoldat*innen oft Drogen, damit sie weniger Angst haben und es ihnen leichter fällt, auf Menschen zu schießen. Etwa ein Drittel der Kindersoldat*innen sind Mädchen. Auch von ihnen müssen viele kämpfen. Noch häufiger werden sie jedoch für andere Zwecke ausgebeutet: etwa als Köchinnen oder Dienstbotinnen. Sehr oft sind die Mädchen von sexueller Gewalt betroffen. Viele von ihnen werden schwanger, obwohl sie selbst noch Kinder sind. Oder sie werden mit Krankheiten wie HIV/Aids angesteckt, doch die medizinische Versorgung von Kindersoldat*innen ist sehr schlecht.

Für Mädchen ist es schwerer, zu ihren Familien zurückzukehren als für Jungen. Viele Hilfsorganisationen, die Kindersoldat*innen helfen, berücksichtigen Mädchen kaum. Sie erhalten weniger medizinische oder psychologische Betreuung und auch kaum Geld oder die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen. Zum Teil werden Mädchen von ihren Familien oder in ihren Dörfern nicht wieder aufgenommen, besonders, wenn sie krank sind oder Kinder haben.

Ab und zu gelingt es, Kindersoldat*innen zu helfen. Entweder, weil der Krieg vorüber ist oder weil man sie aus der Armee befreien konnte. Dann werden sie in spezielle Kinderheime gebracht. Dort versuchen Hilfsorganisationen, den Kindern dabei zu helfen, den Krieg zu verarbeiten und ein neues Leben anzufangen. Das ist allerdings sehr schwierig. Was sie im Krieg erlebt haben, ist so schrecklich, dass sie die Erinnerung daran für immer behalten. Viele der Kinder träumen immer wieder von den Grausamkeiten, die sie gesehen haben oder die sie selbst begangen haben. Viele Kindersoldat*innen sind nach dem Krieg viel zu verstört, um ein Leben ohne Angst führen zu können.

Weltweit müssen Kinder davor geschützt werden, in die Kriege von Erwachsenen hineingezogen zu werden. Es reicht nicht, in Verträgen den Einsatz von Kindern in Kriegen zu verbieten, das Verbot muss auch durchgesetzt werden, und zwar weltweit. Menschen, die Kindersoldat*innen einsetzen, müssen als Kriegsverbrecher*innen angeklagt werden.

Im Jahr 2012 wurden erstmals solche Befehlshaber deswegen verurteilt. Jede*r militärisch Verantwortliche, der oder die
Kinder einsetzt, muss also in Zukunft damit rechnen, vor Gericht gestellt zu werden. Das soll abschreckend wirken. Die Vereinten Nationen veröffentlichen jedes Jahr eine Liste der Konfliktparteien, die Kinder in Kriegen einsetzen und besonders gefährden. Die genannten Länder und Rebellengruppen sollen bloßgestellt werden, wenn die ganze Welt davon erfährt, dass sie Kinder für ihre Zwecke ausnutzen. Doch trotz der Strafen gibt es immer noch Kindersoldat*innen.

Am besten wäre es natürlich, alle Kriege überflüssig zu machen und Konflikte ohne Gewalt auszutragen. Jeder einzelne
Krieg, der beendet wird, verringert die Anzahl von Kindersoldat*innen. Doch solange dies nicht der Fall ist, muss wenigstens verhindert werden, dass Kinder aus Hunger und Geldknappheit Soldat*innen werden. Es gilt also in den Krisengebieten Armut wirksam zu bekämpfen.

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Hinweis auf mehr Wissen: 

Info zur Krankheit AIDS:
Aids ist eine schwere Krankheit, die durch durch HIV (Humanes Immundefekt Virus) ausgelöst wird. Sie schwächt das körpereigene Abwehrsystem und macht den Körper gegen Krankheitserreger wehrlos, die einem gesunden Menschen nicht so viel ausmachen. Wenn HIV/Aids nicht behandelt wird, führen die durch die Schwächung des Immunsystems ausgelösten Krankheiten zum Tode.


Kommentare
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ich finde es nicht so gut das

ich finde es nicht so gut das Kinder in den krieg mit genommen werden. Und es ist auch nicht so gut wenn Mädchen ausgenutzt werden. Ich würde mir ja wünschen das dass nie wieder passiert. Vor allem nicht bei Mädchen. Es tut mir so leid für die anderen Kinder die so etwas durch machen müssen,dasisteine absolute Frechheit.

Ich find die sache mit Nepal

Ich find die sache mit Nepal ist echt schrecklich, da viele kinder und auch viele erwachsene gestorben sind.

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