Lissi und die Bienen

FreizeitUmwelt
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Lissi

Endlich sind Ferien und Lissi ist mit ihrer Falken-Gruppe auf einer Kinderfreizeit. Diesmal sind sie in einer Hütte mitten im Wald. Im Haus gibt es einen großen Gemeinschaftsraum, zwei Schlafsäle und eine große Küche, in der man toll auch mit mehreren zusammen kochen kann. Lissi findet die Hütte super, weil endlich mal keine lauten Autos den ganzen Tag zu hören sind und man einfach raus gehen kann zum Spielen und Toben, ohne dass gleich Nachbar*innen den Kopf aus dem Fenster stecken und sich beschweren, dass man zu laut ist.

Nur ein paar Minuten vom Haus entfernt gibt es eine Wiese mit ganz vielen Obstbäumen. Jetzt im Frühling sind da natürlich noch keine Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pflaumen dran, aber alle Bäume tragen schöne Blüten. Lissi ist begeistert und schnuppert die frische Luft, als sie mit ihren beiden Freund*innen Fred und Nesrin kurz nach der Ankunft die Gegend erkundet. „Ach, wie gut mal raus aus der großen Stadt zu sein.“, sagt Lissi zu den beiden. Fred allerdings hört gar nicht zu und von seinem Handy abgelenkt. „Über- haupt kein Empfang hier!“ beschwert er sich mürrisch. „Jetzt hab ich bei meinem Spiel keine Chance mehr gegen die Anderen.“Lissi rollt mit den Augen und murmelt:„Handys sollte man eh lieber zuhause lassen auf der Freizeit.“ Plötzlich hört sie hinter sich ein lautes: „Ahh, iiiihhhhh, ahhh Hilfe!“ Lissi dreht sich um und sieht wie Fred umherwirbelt als wollte er irgendwas wegschütteln. Weil er so mit seinem Handy beschäftigt war, hat er nicht gesehen, dass er in ein großes Spinnennetz gelaufen ist, das zwischen einem Ast und einem Baumstamm hing. „Ahhh, ich hasse Spinnen. Macht sie weg.“, ruft er zappelnd und Lissi und Nesrin haben Mühe, ihn zum Stillstehen zu bekommen, um zu schauen, ob da wirklich eine Spinne an ihm rumkrabbelt. „Jetzt beruhig dich mal, Fred.“, sagt Nes- rin. „Da ist nix zu sehen und selbst wenn, die Spinnen hier tun dir doch nix.“ Fred schüttelt sich die Reste vom Spinnennetz ab und stapft beleidigt mit seinem Handy in der Hand davon.

Der nächste Tag startet mit viel Sonnenschein und gleich nach dem Frühstück treffen sich alle Kinder und Helfer*innen draußen für den Morgenkreis und ein Gruppenspiel. Danach soll es Neigungsgruppen geben. Lissi und Nesrin wollen unbedingt zur Neigungsgruppe „Wald erforschen“, wo sie mit Vergrößerungsgläsern und Artenbestimmungsbüchern erkunden, wer und was denn da alles im Wald lebt. Fred ist gar nicht begeistert von der Idee. „Noch mehr ekliges Krabbelzeug.“, beschwert er sich. „Ach komm schon Fred. Dein Handy funktioniert eh nicht, also ist rumdaddeln auch keine Alternative.“

Missmutig nimmt sich Fred ein Vergrößerungsglas und schließt sich der Gruppe an. Im Wald schauen sie unter Steine und hinter Baumrinde, zwischen Moos und in Sträuchern und notieren auf einem Notizzettel alles, was ihnen unter die Lupe kommt. Sogar Fred scheint Spaß zu haben, solange die Käfer und Spinnen, die sie finden, brav in seiner Lupendose bleiben und ihm nicht zu nahekommen.

Nach einer Weile kommen sie wieder an die Obstwiese, die sie schon am Vortag gesehen hatten. Aber heute steht am Rand der Wiese ein Hänger mit lauter bunten Kästen drauf. Was da wohl los ist, fragen sich die Kinder. „Ich glaube, dass sind Bienen.“, sagt ihre Helferin. „Schaut mal da am Wagen steht jemand, vielleicht ist das die Imkerin. Wir können sie fragen.“

Zusammen nähern sie sich dem Wagen, wobei Fred in sicherer Entfernung stehen bleibt und die anderen vorschickt. „Geht ihr mal,“ sagt er, „Bienen sind auch nicht so meins“.

„Hallo! Was sind das für Kästen?“, fragt Lissi als sie beim Wagen ankommen. „Oh hallo!“, sagt die Imkerin. „Das sind Bienenvölker. Die sind hier um die Obstbäume zu bestäuben. Wenn die Bienen das nicht machen würden, dann gäbe es nämlich keine Früchte an den Bäumen, müsst ihr wissen.“ „Aber wieso müssen denn dann extra Bienen hergebracht werden?“, wundert sich Lissi. Wir sind doch hier mitten im Grünen, da gibt’s doch ganz viele Bienen, die das machen können.“ „Leider nicht.“, erklärt die Imkerin. „Wisst ihr, den Bienen geht’s nicht so gut. Weil viele Bauern auf ihre Felder Pestizide - die sollen sogenanntes Unkraut töten - gegen Insekten spritzen, sterben auch viele Bienen, was ganz schlimm ist für die gesamte Natur. Und auch in den Städten ist heutzutage alles so zubetoniert, dass Bienen nicht mehr genug Nahrung finden. Aber wenn es keine Bienen mehr gibt, dann hat das furchtbare Konsequenzen für die gesamte Nahrungskette und viele andere Tiere bekommen dann auch Probleme.“ „Oh nein, das ist ja furchtbar.“, stellt Nesrin fest. „Aber was kann man denn da tun?“ „Es ist gar nicht so leicht, etwas zu tun, solange die Gesetze solche Mittel gegen Insekten und Pflanzen nicht verbieten. Aber ihr könnt den Bienen helfen und auch in der Stadt zum Beispiel wilde Blumen aussähen oder ein Insektenhotel auf den Balkon setzen, wo sich die Tiere einnisten können und Schutz haben.“

Lissi und Nesrin sind sehr erschrocken über das, was sie da gehört haben, und erzählen es auf dem Rückweg zum Haus gleich Fred. „Na ich mag das ganze Krabbelzeug zwar nicht, aber wenn’s ganz weg ist, ist es natürlich auch nicht gut.“, stellt Fred fest. Zusammen beschließen die drei, dass sie beim Abendkreis vorschlagen wollen, am nächsten Tag eine Neigungsgruppe „Insektenhotels bauen“ zu veranstalten. Und wenn sie nach der Freizeit wieder in der Stadt sind, wollen sie rund um ihren Falken-Gruppenraum nach Flächen suchen, wo sie Wildblumen als Futter für die Bienen aussähen können.


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